Breathwork & Sound: Wie Klangschalen deine Atempraxis begleiten können

Breathwork & Sound: Wie Klangschalen deine Atempraxis begleiten können

Atem und Klang haben etwas gemeinsam: Wir können sie nicht nur hören oder beobachten, sondern sie unmittelbar in unserem Körper wahrnehmen. Im Alltag geschieht beides jedoch oft ganz nebenbei. Besonders der Atmung schenken die meisten Menschen nur wenig Aufmerksamkeit. Dabei kann sie uns viel über unseren momentanen Zustand verraten. Richtig spannend ist auch, dass sie ganz automatisch geschieht und gleichzeitig bewusst beeinflusst werden kann. Gerade das macht sie zu einem besonderen Zugang zu unserer Körperwahrnehmung.

In diesem Beitrag erfährst du, was unter Breathwork eigentlich verstanden wird und wie du deine Atempraxis mit Klangschalen verbinden kannst. Außerdem schauen wir uns an, was die Wissenschaft bisher über Atmung und Klang weiß, und welche Wirkung beides auf deinen Körper haben kann.

Was ist Breathwork?

Breathwork ist ein Begriff, der heute für ganz unterschiedliche Praktiken verwendet wird, bei denen die Atmung bewusst wahrgenommen und/oder gezielt verändert wird. Dazu zählen beispielsweise die bewusste Atembeobachtung, langsame Atmung, Atemtechniken mit verlängerter Ausatmung, Box Breathing, traditionelle Pranayama-Übungen sowie intensivere Methoden wie das verbundene oder holotrope Atmen. Einige davon sind sanft und achtsam. Andere sind auf bestimmte Erfahrungen oder manchmal auch Ziele ausgerichtet und können sehr intensiv sein.

Auch wenn die Bezeichnung „Breathwork“ relativ modern ist, ist die bewusste Arbeit mit dem Atem keineswegs neu. Atempraktiken sind seit Jahrhunderten Bestandteil verschiedener Traditionen – etwa im Yoga in Form von Pranayama oder in unterschiedlichen Meditationspraktiken.

Hinweis: Bei all den Methoden, die es mittlerweile gibt, ist uns vor allem ein achtsamer Ansatz wichtig, bei dem du selbst entscheidest, wie tief du gehst, und deine Erfahrung eigenständig steuern kannst, ohne von außen gepusht zu werden.

Was ist Sound (Healing) and Breathwork?

Die Kombination von Klang und Atempraktiken wird heute häufig auch unter dem Begriff „Sound Healing and Breathwork“ zusammengefasst. Die Klangschale schafft dabei einen weiteren Fokus für die Aufmerksamkeit, sie kann Atemphasen markieren und wie eine Brücke zwischen Innen und Außen wirken. Gleichzeitig können ihre feinen Schwingungen nicht nur gehört, sondern auch körperlich wahrgenommen werden.

So entsteht bei der bewussten Kombination von Klangschalen und Atmung eine Verbindung aus Atem, Klang und Körperwahrnehmung, die viele Menschen als wohltuend und entspannend erleben.

Hinweis: Wir bei Hess Sound verwenden den Begriff “Sound Healing” bewusst nicht. Warum, erfährst du in unserem Beitrag “Sound Healing: Was es ist, wie es wirkt und welche Instrumente dabei zum Einsatz kommen”.

Breathwork and Sound selbst erleben

Du möchtest die Verbindung von Atem und Klang selbst erfahren? Bei unserem kostenfreien Online-Klangabend „Breathwork & Sound“ vom Fachverband Klang verbinden wir kurze Impulse mit praktischen Atemübungen und einer geführten Atemmeditation, begleitet von einer Klangschale. So kannst du verschiedene Möglichkeiten kennenlernen und direkt erleben, wie sich Breathwork und Klang miteinander verbinden lassen.

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Wissenschaftliche Erkenntnisse zu Breathwork

Auch wissenschaftlich rücken Atempraktiken zunehmend in den Fokus. Studien deuten darauf hin, dass insbesondere eine bewusste, langsame Atmung mit Veränderungen verschiedener körperlicher Prozesse sowie mit einer Verringerung des subjektiven Stresserlebens und mehr Entspannung verbunden sein kann.

Dabei sollte jedoch nicht außer Acht gelassen werden, dass Breathwork mittlerweile zu einem sehr breiten Feld geworden ist: Während einige Atemtechniken bereits vergleichsweise gut untersucht sind, ist die Studienlage zu anderen, insbesondere intensiveren Methoden, noch begrenzt. Forschungsergebnisse können also nicht ohne Weiteres auf jede Form von Breathwork übertragen werden.

Hier findest du Studien und Forschungsergebnisse rund um die Wirkung von Klangschalen.

Was haben Atmung und Nervensystem miteinander zu tun?

Unsere Atmung besitzt eine Besonderheit: Sie funktioniert ganz automatisch und lässt sich gleichzeitig bewusst beeinflussen.

Sind wir angespannt oder gestresst, verändert sich häufig auch unser Atem. Er kann schneller oder flacher werden, manchmal halten wir sogar unbewusst die Luft an. Umgekehrt können wir unsere Atmung gezielt verlangsamen.

Gerade langsames Atmen wird in der Forschung mit Veränderungen verschiedener autonomer und kardiovaskulärer Prozesse in Verbindung gebracht. Wichtig ist aber vor allem, dass Atempraktiken immer zur Person und zur jeweiligen Situation passen.

Was bewirkt Breathwork im Körper?

Was Breathwork im Körper bewirkt, hängt von verschiedenen Faktoren ab: von der jeweiligen Atemtechnik und ihrer Intensität, der Art und Weise, wie die Praxis angeleitet wird, sowie von der individuellen körperlichen und emotionalen Verfassung der Person. Daneben können auch das Setting, die Dauer oder die Erfahrung eine Rolle spielen.

Geschwindigkeit, Tiefe oder Rhythmus unserer Atmung können dabei verschiedene körperliche Prozesse beeinflussen. Besonders gut untersucht ist die langsame, kontrollierte Atmung: Sie kann unter anderem die Herzfrequenzvariabilität und die Aktivität des autonomen Nervensystems beeinflussen. Häufig wird eine verlangsamte Atmung mit einem Gefühl von Ruhe und Entspannung verbunden. Vereinzelt gibt es Studien, die Hinweise darauf liefern, dass bestimmte Atempraktiken das subjektive Stresserleben reduzieren können.

Intensive Atemtechniken können dagegen auch starke körperliche und emotionale Reaktionen hervorrufen. Hierbei ist es besonders wichtig, dass die Praxis so angeleitet wird, dass du jederzeit selbst entscheiden kannst, wie tief du gehst, und den eigenen Prozess selbstbestimmt steuern kannst. Deshalb lassen sich die Wirkungen von Breathwork nicht pauschal auf alle Atemmethoden übertragen.

Doch was verändert sich, wenn zur bewussten Wahrnehmung des Atems der Klang einer Klangschale hinzukommt? Klang und Schwingung erweitern den Fokus und eröffnen neue Möglichkeiten, die Atempraxis zu begleiten.

Breathwork & Sound: Warum Klangschalen und Atmung so gut zusammenpassen

Bei Breathwork-Praktiken liegt die Aufmerksamkeit zunächst auf der Atmung selbst: Wie fühlt sie sich an? Wo ist Bewegung im Körper spürbar? Wie klingt das Ein- und Ausatmen?

Die Klangschale kann hier eine zusätzliche Wahrnehmungsebene ins Spiel bringen: ihren Klang und ihre Vibrationen.

Diese können als weiterer Anker dienen und die Aufmerksamkeit immer wieder ins Hier und Jetzt führen. Wie entsteht der Klang? Wie verändert er sich? Wo sind die Schwingungen im Körper wahrnehmbar? Wann ist der Klang vollständig verklungen?

In einer Session oder zu Hause bei der Selbstanwendung kann dabei ganz bewusst mit dem Fokus gespielt werden: Als teilnehmende Person kannst du mit deiner Aufmerksamkeit zwischen Atem und Klang wechseln – einmal ganz beim Atem bleiben, dann den Klang und seine Schwingungen wahrnehmen oder auch beobachten, wie beides gleichzeitig erlebt wird. Als anleitende Person kannst du diese Wechsel gezielt begleiten, etwa indem du die Teilnehmenden zunächst einlädst, ihre Atmung zu erkunden und die Klangschale später als zusätzlichen Anker hinzunimmst, um im Moment zu bleiben. So kann der Klang die Breathwork-Praxis punktuell ergänzen.

Wie lassen sich Klangschalen beim Breathwork einsetzen?

Klangschalen können eine Breathwork-Session auf unterschiedliche Weise begleiten. Besonders sinnvoll finden wir ihren Einsatz dort, wo Klang eine klare Funktion erhält.

Wenn du erste Impulse erhalten möchtest, wie du Breathwork und Klangschalen zu Hause oder in deiner professionellen Arbeit verbinden kannst, melde dich zu dem kostenfreien Online-Klangabend „Breathwork & Sound“ mit Kathrin an.

Für wen ist Breathwork nicht geeignet?

Nicht alle Breathwork-Praktiken sind für jeden gleichermaßen geeignet. Besondere Vorsicht gilt beispielsweise bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Epilepsie, Schwangerschaft, bestimmten Atemwegserkrankungen oder schweren psychischen Erkrankungen. Bei bestehenden gesundheitlichen Beschwerden sollte ärztlicher Rat eingeholt und die Übung entsprechend angepasst werden.

Grundsätzlich sollte außerdem dein eigenes Erleben im Vordergrund stehen. Was für die eine Person gut funktioniert und sich stimmig anfühlt, kann von einer anderen ganz anders wahrgenommen werden.

Fazit: Breathwork and Sound

Breathwork und Klangschalen können sich wunderbar ergänzen: Der Atem führt nach innen, während Klang und Schwingung eine zusätzliche Wahrnehmungsebene eröffnen. Es gibt nicht den einen richtigen Weg. Probiere aus, was sich für dich stimmig anfühlt, bleib neugierig und lass dein eigenes Erleben im Mittelpunkt stehen.

Studien und weiterführende Forschung

Fincham et al. (2023): Effect of breathwork on stress and mental health – A meta-analysis of randomised-controlled trials (Meta-Analyse zu Breathwork, subjektivem Stresserleben und psychischer Gesundheit) PubMed
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36624160/

Zaccaro et al. (2018): How Breath-Control Can Change Your Life – A Systematic Review on Psycho-Physiological Correlates of Slow Breathing (systematischer Review zu langsamer Atmung und psychophysiologischen Zusammenhängen) PubMed
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30245619/

Cai et al. (2025): Therapeutic effects of singing bowls – A systematic review of clinical studies (aktueller systematischer Review zur klinischen Forschung mit Klangschalen) PubMed
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40352083/

Walter & Hinterberger (2022): Neurophysiological Effects of a Singing Bowl Massage (Untersuchung neurophysiologischer Effekte einer professionellen Klangmassage; erfasst wurden unter anderem EEG, EKG und Atmung) PubMed
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35630011/

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